Montag, 7. Januar 2013

Überfließende Himmel verschwendeter Sterne



Überfließende Himmel verschwendeter Sterne
prachten über der Kümmernis. Statt in die Kissen,
weine hinauf. Hier, an dem weinenden schon,
an dem endenden Antlitz,
um sich greifend, beginnt der hin-
reißende Weltraum. Wer unterbricht,
wenn du dort hin drängst,
die Strömung? Keiner. Es sei denn,
dass du plötzlich ringst mit der gewaltigen Richtung
jener Gestirne nach dir. Atme.
Atme das Dunkel der Erde und wieder
aufschau!       Wieder.       Leicht und gesichtslos
lehnt sich von oben Tiefe dir an. Das gelöste
nachtenthaltne Gesicht giebt dem deinigen Raum.

Rainer Maria Rilke,
April 1913, Paris
Gedichte an die Nacht


Geo ::.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wir sollen nur tiefer und wunderbarer hängen an dem, was war,
und lächeln: ein wenig klarer vielleicht als vor einem Jahr....

Rainer Maria Rilke.

Danke für den Kommentar.
Herzlichst,
George de Courtenay

Das könnte auch noch Interessant sein :

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...