René Karl Wilhelm
Johann Josef Maria Rilke:
1875
Prag- Böhmen,
Östereichische Monarchie
1926
Val-Mont Schweiz.
Rainer
Maria Rilke
wird am 4. Dezember 1875
als Sohn des Eisenbahninspektor Josef Rilke
(1838-1906) und dessen Ehefrau Sophie "Pia" Rilke, geborene Entz, Tochter einer wohlhabenden Prager Fabrikantenfamilie, in Prag geboren.Er verbringt seine ersten vier Schuljahre auf
einer katholischen Klosterschule in Prag. Von 1886 bis 1891 geht er an die
Militärschule St. Pölten und anschließend an die Militär-Oberrealschule in
Mährisch-Weißkirchen. Schon
während seiner Militärschulzeit von 1886 bis 1891 fing Rilke an zu schreiben. 1894 erschien sein erster Gedichtband "Leben und Lieder". 1891 brach
er wegen Krankheit seine militärische Ausbildung ab. Ende 1891 besucht Rilke auf Beschluss seiner Eltern die
Handelschule in Linz. Er veröffentlicht sein erstes Gedicht und widmet sich
mehr der literarischen Arbeit.
Darauf
konnte sich Rilke von 1892 bis 1895 mit privatem Unterricht auf das Abitur
vorbereiten, das er 1895 in Prag ablegte. Ab 1895 studierte er Literatur,
Kunstgeschichte und Philosophie in Prag. Ein Jahr später, 1896, nahm er das
Studium der Philosophie an der Universität in München auf.
Als er
Philosophie in München studiert, begegnet ihm mit der vierzehn Jahre älteren
Intellektuellen Lou Andreas-Salome zweifellos eine der interessantesten Frauen
seiner Zeit und zugleich die große Liebe seines Lebens.
Er folgt ihr nach
Berlin und führt knapp ein Jahr eine Liebesbeziehung mit der verheirateten Frau
die zeitlebens seine Freundin und Beraterin bleiben wird. Auf einer
gemeinsamen Reise mit Lou nach Italien lernt Rilke den Maler Heinrich Vogeler
kennen, dem er im August 1900 in das niedersächsische Dorf Worpswede folgt.
Rilke ist
von der Synthese von Kunst und Leben, die sich hier vollzieht, tief
beeindruckt. Hier trifft er auch die Bildhauerin Clara Westhoff, die er am 28.
April 1901 heiratet. Sie beziehen ein Bauernhaus im Nachbarort Westerwede, im
Dezember wird ihre Tochter Ruth geboren. Die Ehe zerbricht wenig später, doch
ihr Kontakt wird nie ganz abreißen.
1905 arbeitet er für einige Monate als Privatsekretär von Auguste Rodin in
Paris. Reisen führen den Dichter nach Nordafrika, Ägypten, Spanien.
Rilke
genießt das Glück, in einer letzten glanzvollen Zeit des
kultiviert-aristokratischen Europas Anschluss an eine kunstliebende Elite zu
finden.
Er folgt den Einladungen adliger Gönnerinnen und Gönner auf die
schönsten Schlösser und Landsitze Europas, welche die Gesellschaft des immer
bekannter werdenden Dichters schätzen und die ihm posthum den Ruf als
"eleganter Schnorrer" einbringen.
ines seiner Meisterwerke, die
große Kosmologie der Duineser Elegien, in dessen Bann er zehn Jahre lang stehen
wird, beginnt der Lyriker 1912 auf dem Schloss Duino der Fürstin Marie von
Thurn und Taxis bei Triest.
Zum Landsturmdienst einberufen, können ihn seine
ein-flussreichen Freunde schließlich vor dem Schlimmsten bewahren. Im Frühjahr
1919 gelingt Rilke durch eine Einladung zu einem Lesezirkel die Flucht in die
Schweiz. In einem abgelegenen Schlossturm von Muzot im Wallis vollendet er
innerhalb von drei Wochen - abgeschieden von der Außenwelt und in einer
einzigartigen Phase höchster dichterischer Inspiration - seine Meisterwerke
Duineser Elegien und die Sonette an Orpheus.
Ab 1923
folgen aus gesundheitlichen Gründen lange Aufenthalte in Sanatorien.
Erst kurz
vor seinem Tod wird eine seltene Form der Leukämie diagnostiziert.
Rilke stirbt
in den frühen Morgenstunden des 29. Dezember 1926,
im Sanatorium Val-Mont bei
Montreux.
Die Beisetzung findet am 2. Januar 1927 bei eisiger Kälte auf dem
Bergfriedhof von Raron statt.
Auf
eigenen Wunsch trägt sein Grabstein folgende Inschrift:
Rose, oh
reiner Widerspruch,
Lust,
Niemandes Schlaf zu sein
unter soviel
Lidern.
Niemandes Schlaf zu sein
unter soviel
Lidern.
Rainer Maria Rilke 1875 - 1926
Damit ich glücklich wäre
Gedicht von Rainer Maria Rilke
Damit ich glücklich wäre -
das müßte sein von jenen blanken
Lenztagen einer, da die Kranken
man vor die dunklen Türen bringt.
Im Flieder ist ein Spatzenzanken,
weil keinem rechter Sang gelingt.
Der Bach, dem alle Bande sanken,
weiß nicht, was tun vor Glück, und springt
bis aufwärts zu den Bretterplanken,
dahinter Beete, kiesumringt,
und Blumenblühn und Birkenschwanken.
Und vor dem Häuschen, goldbezinkt,
um das der Frühling seine Ranken
wie liebeleise Arme schlingt -
ein blondes Kind, das in Gedanken
das schönste meiner Lieder singt.
Rainer Maria Rilke
Aus der Sammlung Gaben an verschiedene Freunde.
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Damit ich glücklich wäre
Gedicht von Rainer Maria Rilke
Damit ich glücklich wäre -
das müßte sein von jenen blanken
Lenztagen einer, da die Kranken
man vor die dunklen Türen bringt.
Im Flieder ist ein Spatzenzanken,
weil keinem rechter Sang gelingt.
Der Bach, dem alle Bande sanken,
weiß nicht, was tun vor Glück, und springt
bis aufwärts zu den Bretterplanken,
dahinter Beete, kiesumringt,
und Blumenblühn und Birkenschwanken.
Und vor dem Häuschen, goldbezinkt,
um das der Frühling seine Ranken
wie liebeleise Arme schlingt -
ein blondes Kind, das in Gedanken
das schönste meiner Lieder singt.
Rainer Maria Rilke
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::. George de Courtenay 06.2012


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Wir sollen nur tiefer und wunderbarer hängen an dem, was war,
und lächeln: ein wenig klarer vielleicht als vor einem Jahr....
Rainer Maria Rilke.
Danke für den Kommentar.
Herzlichst,
George de Courtenay