Menschen - Künstler, Schriftsteller, Dichter, Lyriker, Nobelpreisträger
bedeutende Künstler seiner Zeit, mit direkten Bezug zu Rilke
oder die zur Rilkes Zeit lebten und wirkten.
Zeitgenossen von Rainer Maria Rilke - in der Zeit von 1830 - 1962 (1980)
Rainer Maria Rilke 1875 - 1926
Rainer Maria Rilke * 4. Dezember 1875 in Prag;
† 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux, Schweiz;
eigentlich René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke,
war einer der bedeutendsten Lyriker deutscher Sprache.
Daneben verfasste er Erzählungen, einen Roman und Aufsätze zu Kunst und Kultur sowie zahlreiche Übersetzungen von Literatur und Lyrik unter anderem aus der französischen Sprache.
Sein umfangreicher Briefwechsel bildet einen wichtigen Bestandteil seines literarischen Schaffens.
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Herbst (anhören)
Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.
(Aus: Das Buch der Bilder')
Die Liebenden
Sieh, wie sie zu einander erwachsen:
in ihren Adern wird alles Geist.
Ihre Gestalten beben wie Achsen,
um die es heiß und hinreißend kreist
Dürstende, und sie bekommen zu trinken,
Wache, und sieh: sie bekommen zu sehn.
Laß sie ineinander sinken,
um einander zu überstehn.
(1908, Paris)
Rilke gehört zu den ästhetischen Lyrikern zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Er gilt als einer der bedeutensten, deutschsprachigen Lyriker.
Seine literarischen Zeitgenossen waren auch :
Stefan George : 1868 - 1933 | Hugo von Hofmansthal : 1874 - 1929 |
Gottfried Benn : 1886 - 1956 | Georg Trakl : 1887 - 1914 | Franz Werfel : 1890 - 1945 |
und auf der weiblichen Seite :
Clara Rilke Westhoff : 1874 - 1954 | Lou Andreas Salome : 1861 - 1937 |
Paula Moderson Becker : 1876 - 1907 | Lou Lou Albert Lasard : 1885 - 1969 |
Mela Muther : 1876 - 1967 | einige andere mehr, ....
unter anderem mit direktem Bezug zu Rainer Maria Rilke.
Rilkes Ehefrau - Clara Rilke Westhoff
Clara Rilke Westhoff 1878 - 1954 :
Clara Henriette Sophie Rilke, gebore Westhoff
* 21. November 1878 in Bremen,
† 9. März 1954 in Fischerhude,
war eine deutsche Bildhauer- und Malerin.
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Ruth Rilke 1901 - 1972 :
Clara und Ruth.
Ruth Rilke, de Tochter von Rainer Maria Rilke und Clara Rilke Westhoff,
Ruth Rilke betreute im Rilke Archiv den Nachlass ihres Vaters.
Zeitgenossen.
Zeitgenossen von Rainer Maria Rilke -
Bedeutende Dichter und Künstler seiner Zeit 1860 - 1962 (1980)
Lou Andreas - Salome 1861 - 1937 :
Lou Andreas-Salomé – geborene Louise von Salomé,
gelegentliches Pseudonym „Henry Lou“ –
* 12. Februar 1861 in St. Petersburg,
† 5. Februar 1937 in Göttingen,
war eine weitgereiste Schriftstellerin, Erzählerin, Essayistin
und Psychoanalytikerin aus russisch-deutscher Familie.
Die Art ihrer persönlichen Beziehungen
zu prominenten Vertretern des deutschen Geisteslebens – in erster Linie zu Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke und Sigmund Freud – war und ist bis heute Gegenstand unterschiedlicher Interpretationen.
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Gebet an das Leben
Gewiß, so liebt ein Freund den Freund
wie ich dich liebe, rätselvolles Leben!
Ob ich in dir gejauchzt, geweint,
ob du mir Leid, ob du mir Lust gegeben,
ich liebe dich mit deinem Glück und Harme,
und wenn du mich vernichten mußt,
entreiße ich schmerzvoll mich deinem Arme,
gleich wie der Freund der Freundesbrust.
Lou Andreas-Salome
Paula Moderson Becker 1876 - 1907 :
Paula Modersohn-Becker * 8. Februar 1876 in Dresden-Friedrichstadt,
† 20. November 1907 in Worpswede,
war eine deutsche Malerin und eine der bedeutendsten Vertreterinnen des frühen Expressionismus.
In den knapp vierzehn Jahren, in denen sie künstlerisch tätig war, schuf sie 750 Gemälde, etwa 1000 Zeichnungen und 13 Radierungen, die die bedeutendsten Aspekte der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in sich vereinen.
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An die Mutter
Doch nun zu dir, einzige Mutter.
Ich bin mit meinen Gedanken so oft bei dir.
Ich lerne dich mehr und mehr verstehen.
Ich ahne dich.
Wenn meine Gedanken bei dir sind,
dann ist es, als ob mein kleiner,
unruhiger Mensch sich an etwas Festern,
Unerschütterlichem festhält.
Das Schönste, aber ist, daß diese Feste,
Unerschütterliche so ein großes Herz hat.
Laß sir danken, liebe Mutter,
daß Du Dich so uns erhalten hast.
Laß dich ganz ruhig und lange umarmen.
Der Abend
Der Abend leget warme
hernieder seine Arme
und wo die Erde zu Ende
da ruhen seine Hände...
Die Mücklein summen leise
in ihrer hellen Weise
und alle Wesen beben
uns singen leis vom Leben...
Es ist nicht groß, es ist nicht breit,
s´ist eine kleine Spanne Zeit
und lange währt die Ewigkeit.
Paula Modersohn-Becker
Lou Albert Lasard 1885 - 1969 :
Lou Albert-Lasard, auch Lou Albert-Lazard geschrieben und Loulou Albert-Lazard, LouLou oder Lulu,
in der Zeitschrift Jugend auch Lulu Lazard genannt* 10. November 1885 in Metz,
† 21. Juli 1969 in Paris, war eine deutsch-französische Malerin.
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und weitere Frauen wie :
Valery David von Rhonfeld, auch Vally genant, Rilkes erste Freundin und Gönnerin,
Sonja N.Schill, Mathilde Vollmöller, Marthe Henneberg, Rilkes Wahltochter seit 1911,
Ellen Key, auch eine "Ersatzmutter", Marie von Thurn und Taxis,
Magda von Hattingberg, auch Benvenuta genannt, Anna de Noailles,
Franziska zu Reventlow,"Fanny", Eleonora Duse, Adelmina Romanelli, Katharina Kippenberg,
Claire Goll, Inga Junghans, Sophie Liebknecht, Lisa Heise, Anita Forrer,
Angela Guttmann (Rohr), Regina Ullmann, Wera Oukama Knoop, Lally Horstmann,
Martina Zwetajewa, Mela Muther, Alice Bürer seine "letzte Affäre"?? und zu dieser Zeit gerade mal achtzehn Jahre alt, Nanny Wunderly-Volkart, Rilkes "engste Vertraute der letzten Lebensjahre",
.... und einige "Gönnerinnen" mehr.
Franziska Gräfin zu Reventlow,
Malerin, Schriftstellerin
* 1871 in Husum, † 1918 in Muralto/ Tessin
Werke : Ellen Olestjerne (1903) Von Paul zu Pedro (1912)
Herrn Dames Aufzeichnungen oder Begebenheiten aus einem merkwürdigen Stadtteil (1913) Der Geldkomplex (1916) Das Logierhaus zur schwankenden Weltkugel und andere Novellen (1917) Gesammelte Werke in einem Bande (1925 posthum herausgegeben von Else Reventlow)
Briefe (1928/29 posthum herausgegeben von Else Reventlow)Tagebücher 1895-1910 (1971 posthum herausgegeben von Else Reventlow)
Gottfried Benn 1886 - 1956 :
Gottfried Benn
* 2. Mai 1886 in Mansfeld, Brandenburg;
† 7. Juli 1956 in Berlin,
war ein deutscher Arzt, Dichter und Essayist.
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Gedichte von Gottfried Benn
Abschied
Anemone
Das Ganze
Durch jede Stunde...
Ein Wort
Einsamer nie...
Gesänge
Letzter Frühling
Mann und Frau gehn durch die Krebsbaracke
Nur zwei Dinge
Saal der kreißenden Frauen
Schöne Jugend
Sidonie Nádherný 1885 - 1950 :
Sidonie Nádherný von Borutin * 1. Dezember 1885 in Vrchotovy Janovice,
† 30. September 1950 in Harefield,
auch: Sidonie [von] Nádherný, tschechisch Sidonie Nádherná z Borutína,
war eine gebildete böhmische Baronin, österreichische Freiin und Salonière.
Sie wandte sich später Karl Kraus zu.
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Carry Brachvogel 1864 - 1942 :
Carry Brachvogel,
geb. Hellmann (eigentlich Caroline)
* 16. Juni 1864 in München;
† 20. November 1942 KZ Theresienstadt) war eine deutsche Schriftstellerin.
Seit 1903 war Carry Brachvogel Mitglied im „Verein für Fraueninteressen“.
Der 1894 von Ika Freudenberg unter dem Namen „Gesellschaft zur Förderung der geistigen Interessen der Frau“ gegründete Verein, gehörte zur bürgerlichen Frauenbewegung.
Zu den männlichen Mitgliedern des Vereins zählten auch Rainer Maria Rilke und Ernst von Wolzogen.
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Paul Cézanne 1839 - 1906 :
Paul Cézanne
* 19. Januar 1839 in Aix-en-Provence,
† 22. Oktober 1906 Aix-en-Provence,
war ein französischer Maler. Cézannes Werk wird unterschiedlichen Stilrichtungen zugeordnet: Während seine frühen Arbeiten noch von Romantik – wie die Wandbilder im Landhaus Jas de Bouffan – und Realismus geprägt sind, gelangte er durch intensive Auseinandersetzung mit impressionistischen Ausdrucksformen zu einer neuen Bildsprache, die den zerfließenden Bildeindruck impressionistischer Werke zu festigen versucht.
Seine Malerei rief in der zeitgenössischen Kunstkritik Unverständnis und Spott hervor. Bis in die späten 1890er Jahre waren es hauptsächlich Künstlerkollegen wie Pissarro, Monet und Renoir sowie Kunstsammler und der Galerist Ambroise Vollard, denen sich Cézannes Schaffen erschloss und die zu den ersten Käufern seiner Gemälde zählten. Vollard eröffnete im Jahr 1895 in seiner Pariser Galerie die erste Einzelausstellung, die zu einer breiteren Auseinandersetzung mit dem Werk des Künstlers führte.
Aus der Vielzahl der nach Cézannes Tod sich an dessen Werk orientierenden Künstler sind im Besonderen Pablo Picasso, Henri Matisse, Georges Braque und André Derain zu nennen. Die gegensätzliche Ausrichtung der malerischen Werke der genannten Künstler lässt die Komplexität des Cézanne'schen Werks erkennen. Cézanne zählt mit seinen Werken aus kunsthistorischer Sicht zu den Wegbereitern der Klassischen Moderne.
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Max Dauthendey 1867 - 1918:
Max Dauthendey * 25. Juli 1867 in Würzburg
† 29. August 1918 in Malang auf Java,
war ein deutscher Dichter und Maler.
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Herbstmond
Der kürbisgelbe Mond auf seinem Geistergang
Schwebt überm Bergabhang und lebt
Im Abendlicht schon hell der Nacht voraus.
Er fliegt mit mir am Bahngeleis entlang
Und liegt im Himmel wie ein Schneckenhaus,
Hängt in der gelben Weinberglaube
Wie eine goldene Riesentraube.
Hoch überm Straßenstaube darf er wandern
Und läßt beschränkte Wege gern den andern.
Er schwebt wie nur ein aufgejagter Weih
Im lila Abendäther überm Staube frei,
Ist wie von einem Ei die goldene Schale.
Draus kriecht die Nacht und schleicht sich tief zum Tale,
Die Nacht, die hinterm Mond herstreicht,
Bei der er oft verliebt errötete und auch verliebt erbleicht.
Max Dauthendey
Aus der Sammlung Lieder der Vergänglichkeit
Gertraud Rostosky 1876 - 1959 :
Gertraud Maria Sophie Rostosky * 7. Januar 1876 in Riga,
† 30. Mai 1959 in Würzburg, war eine deutsche Malerin.
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Hedwig Dransfeld 1871 - 1925 :
Hedwig Dransfeld * 24. Februar 1871 in Hacheney (heute Dortmund);
† 13. März 1925 in Werl,
war eine deutsche katholische Frauenrechtlerin, Politikerin und schrieb Gedichte.
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Irdische Liebe
Weiche, o weiche nicht schaudernd zurück,
Mag auch die Seele dir ahnend erbeben ...
Rosen, Rosen will ich dir geben,
Denn mich sendet das purpurne Glück.
In die blühende Welt hinaus,
Wo die nächtlichen Fluren sich breiten,
Will ich auf schwanken Stegen dich leiten - -
Morgen sind wir zu Haus.
Folge mir nach in der Dunkelheit ...
Leise, leise durch Gräser und Ranken!
Wo die goldenen Ähren schwanken,
Schläft am Wege das Erdenleid.
Stille des Herzens fiebernden Gang!
Daß wir das purpurne Glück nicht schrecken,
Daß wir das schlafende Leid nicht wecken ...
Leise hinunter den Hang!
Unten duftet die Nacht so lau, - -
Oben der Sterne einsame Kreise!
Halte den Atem an - leise, o leise!
Feindliche Schatten durchhuschen die Au,
Leise, daß uns kein Unheil droht!
Denn durch die nachtumschauerten Gründe
Irrt meine schöne Schwester, die Sünde,
Und mein Bruder, der Tod.
Hedwig Dransfeld
* 29. Mai 1870 in Wien,
† 26. Oktober 1928 Wien,
war ein österreichischer Schriftsteller, Librettist und Filmproduzent.
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Frieden
Weiß Gott, ich hab' Dich lieb, mein zartes Kind,
Und Dein Geplauder – weich wie Frühlingswind –
Es tut so wohl; aufatmet das Gemüt,
Der Wettersturm im Abendrot verglüht. –
Nur fern am Horizont – ein wilder Strahl –
Aufleuchtet manchmal noch die alte Qual.
Dämmerung
Zur Abendzeit, wenn sich die Wolken färben,
Wenn Alles glüht in rötlich-gelbem Licht,
Da muß der Sinne Glut in mir ersterben,
Und keusch und lauter meine Seele spricht, -
Zur Abendzeit, wenn sich die Wolken färben.
Und es erwacht in ihr ein tiefes Sehnen,
Nach keuscher Liebe zittert ihr Gebet,
Und niederrieseln ätzend-scharfe Tränen,
Sie weiß es wohl, daß es zu spät, zu spät!
Und immer qualenreicher wird das Sehnen.
Mit stiller Freude sehn es die Dämonen
Und flüstern süß-verlockend ihr ins Ohr:
Wir wollen Dich für jede Qual entlohnen,
Auf, auf, sei stark und raffe Dich empor!
Und immer süßer locken die Dämonen
Erstorbne Gluten wieder sich entflammen,
Es stöhnt das Herz nach jener Trunkenheit,
In welcher das Bewußtsein bricht zusammen,
Nach Wollustkrämpfen meine Seele schreit;
Erstorbne Gluten wieder sich entflammen!
Felix Dörmann
Albert Einstein 1879 - 1955 :
Albert Einstein * 14. März 1879 in Ulm, † 18. April 1955 in Princeton, New Jersey,
war ein theoretischer Physiker. Seine Beiträge veränderten maßgeblich das physikalische Weltbild; 100 führende Physiker wählten ihn 1999 zum größten Physiker aller Zeiten.[1] Im Laufe seines Lebens hielt er teilweise überlappende Staatsbürgerschaften folgender Länder bzw. Nationen: Königreich Württemberg (1879–1896; im Verband des Deutschen Reichs), Schweiz (1901–1955), Österreich-Ungarn (1911–1912), Königreich Preußen (1914–1918) bzw. Freistaat Preußen (1918–1933; somit 1914 bis 1933 wieder im Deutschen Reich) und zuletzt zusätzlich zum Schweizer Bürgerrecht noch die US-Staatsbürgerschaft (1940–1955). Von 1896 bis 1901 war Einstein staatenlos.
Einsteins Hauptwerk ist die Relativitätstheorie, die das Verständnis von Raum und Zeit revolutionierte. Im Jahr 1905 erschien seine Arbeit mit dem Titel Zur Elektrodynamik bewegter Körper, deren Inhalt heute als spezielle Relativitätstheorie bezeichnet wird. 1916 publizierte Einstein die allgemeine Relativitätstheorie. Auch zur Quantenphysik leistete er wesentliche Beiträge: Für seine Erklärung des photoelektrischen Effekts, die er ebenfalls 1905 publiziert hatte, wurde ihm im November 1922 der Nobelpreis für Physik für 1921 verliehen.
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Hans am Ende 1864 - 1918 :
Hans am Ende * 31. Dezember 1864 in Trier, † 9. Juli 1918 in Stettin,
war ein deutscher Maler des Impressionismus
und Mitbegründer der Künstlerkolonie Worpswede.
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Alice Faehndrich zu Nordeck Rabenau : 1857 -1908 :
Alice FaehndrichFaehndrich, Alice, geb. Freiin von Nordeck zur Rabenau, 1857-1908, auf Burg Nordeck (gekauft 1906), verheiratet 1893 mit Hugo Faehndrich, Amtsrichter a.D.
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Hans Eschelbach
* 16. Februar 1868 in Bonn,
† 14. März 1948 in Innsbruck, war ein deutscher Schriftsteller.
Wikipedia |
Im Abendschein
Wir saßen still im Abendschein.
In weiter Ferne ging der Rhein
Und sprach den Schlummersegen.
Du schlossest müd die Augen zu
Und hast zu einer kurzen Ruh'
An meiner Brust gelegen.
Ein Glitzern über die Gräser ging,
Ein leichtbeschwingter Schmetterling
Gaukelte zwischen den Zweigen;
Die Grillen sangen im nahen Klee,
Am Waldrand lauschte scheu ein Reh.
Sonst lag die Welt in Schweigen.
Das war mir eine schöne Stund'!
Ich küßte deinen süßen Mund
Und wußte nichts zu sagen:
Doch wenn ich auch mein Glück verschwieg:
Die Lerche, die zur Sonne stieg.
Hat's in den Himmel getragen!
Hans Eschelbach
Else Galen-Gube 1869 - 1922 :
Else Gubegeborene Lange
Pseudonym, Else Galen-Gube
* 22. Dezember 1869 in Potsdam
† 14. Februar 1922 in Potsdam
deutsche Schriftstellerin
Tochter des Schriftstellers Philipp Galen
Wikisource | Deutsche Liebeslyrik |
Hüt dich vor mir ...
Nun nimm du dich des Verzweifelten an,
die du Begehren entfachtest in mir;
ich bin verschmäht, ein gebrochener Mann,
der dir sein Verlangen nicht sagen kann ....
Hüt dich vor mir!
Hüt dich vor mir, denn die Flammenglut
verbrennt mir die Seele, verzehrt mir den Leib;
es wallt und es tobt mein wildes Blut,
du läßt mich allein, das ist nicht gut,
teuflisches Weib.
Ich liebe dich noch, was keiner hier weiß,
und ich sehne mich nach einer ... nach dir –
Ich ging in den Tod auf dein Geheiß,
in Himmel und Hölle – – doch sag ich leis:
„Hüt dich vor mir!“
Gute Nacht, Liebster!
Ruhig lagst du auf den weichen Kissen,
als der Tod dich, Liebster, mir entrissen;
um mich her ward plötzlich finstre Nacht.
Blumen bracht ich dir und meine Tränen,
und mit unermeßlich heißem Sehnen
hielt ich dir die letzte Totenwacht.
Küßte deine Lippen, deine kalten,
hab in meinen Armen dich gehalten,
bis die Sonne glühend aufgewacht.
Ach, der Sonne noch so licht Gefunkel
hellt nicht auf der Seele tiefes Dunkel -
Gute Nacht, du Liebster, gute Nacht!
Else Galen-Gube
Stefan George 1868 - 1933 :
Stefan Anton George * 12. Juli 1868 in Büdesheim, heute Stadtteil von Bingen am Rhein
† 4. Dezember 1933 in Minusio bei Locarno, war ein deutscher Lyriker.
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Komm in den totgesagten park und schau...
Komm in den totgesagten park und schau:
Der schimmer ferner lächelnder gestade ·
Der reine wolken unverhofftes blau
Erhellt die weiher und die bunten pfade.
Dort nimm das tiefe gelb · das weiche grau
Von birken und von buchs · der wind ist lau ·
Die späten rosen welkten noch nicht ganz ·
Erlese küsse sie und flicht den kranz ·
Vergiss auch diese lezten astern nicht ·
Den purpur um die ranken wilder reben
Und auch was übrig blieb von grünem leben
Verwinde leicht im herbstlichen gesicht.
Stefan George
Aus der Sammlung Nach der Lese.
Khalil Gibran 1883 - 1931 :
Khalil Gibran * 6. Januar 1883 als Gibra-n Khali-l Gibra-n bin Mikha-'i-l bin Sa'ad
DMG G(ibra-n H(ali-l G(ibra-n in Bischarri, Osmanisches Reich, heute Libanon,
† 10. April 1931 in New York City,
war ein libanesisch-amerikanischer Maler, Philosoph und Dichter.
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Du
Du bist die Melodie,
die in meinen Träumen schwebt,
der sanfte Gedanke,
der sich nicht fassen lässt.
Liebe
Wo immer sie auftritt
ist die Liebe
unser Herr und Meister.
Sie ist nicht
ausschweifende Lust,
nicht Begierde des Fleisches,
kein Splitter des Verlangens,
im Widerstreit mit dem Ich,
auch kein Teil des Fleisches,
das gegen den Geist
zu Felde zieht.
Denn die Liebe
lehnt sich nicht auf.
Sie verläßt nur
die ausgetretenen Pfade
vergangener Geschicke.
Gib nicht auf!
Gleiche nicht jenem,
der am Kamin sitzt und wartet,
bis das Feuer ausgeht,
und dann umsonst in die erkaltete Asche bläst.
Gib die Hoffnung nicht auf,
und verzweifle nicht wegen vergangener Dinge!
Unwiederbringliches zu beweinen,
gehört zu den ärgsten Schwächen des Menschen.
Khalil Gibran
Hanns von Gumppenberg 1866 - 1928 :
Hanns Theodor Wilhelm Freiherr von Gumppenberg
* 4. Dezember 1866 in Landshut,
† 29. März 1928 in München,
war ein deutscher Dichter, Übersetzer, Kabarettist und Theaterkritiker.
Er benutzte die Pseudonyme Jodok und Professor Immanuel Tiefbohrer.
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Abend im Park
Sommerabend liebt das Schweigen
Nach des Tages Lärm und Gier:
Stille dunkle Wipfel steigen
In den Himmel von Saphir.
Doch darunter flüstern Paare
Von dem Glück der Dämmernacht,
Bis der Liebe süße Ware
Wieder an den Mann gebracht,
Bis die Müden ruhn vom Reigen
Selig unter Baum und Strauch -
Sommerabend liebt das Schweigen:
Liebe liebt es endlich auch.
Bestellung
Ein Glas Punsch
Ist mein Wunsch!
Die Welt ist kalt: ich will mich erwärmen -
Und geht das mit dem Herzen nicht,
So geht es mit den Gedärmen!
Die Welt ist traurig: ich will mich erfreuen -
Und geht das mit tiefer Sammlung nicht,
So geht es doch mit dem Zerstreuen!
Die Welt ist schlau: ich will mich betören -
Und geht das bei klarem Verstande nicht,
So geht es mit den Likören!
Ein Glas Punsch
Ist mein Wunsch!
Hanns von Gumppenberg
Henry von Heiseler 1875 - 1928 :
Henry von Heiseler
* 23. Dezember 1875 in St. Petersburg;
† 25. November 1928 im Haus Vorderleiten in Brannenburg
war ein deutscher Schriftsteller, Dramatiker und Übersetzer.
Er gehörte zum George-Kreis.
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Der Engel der Liebe.
Gedicht von Henry von Heiseler
Sieh, du kannst mich nicht erringen,
Mich nicht bannen und nicht zwingen,
Dein Gebot kann mich nicht rufen,
Dein Gebet gewinnt mich nicht.
Leise auf kristallnen Stufen,
Ungefragt und ungebeten,
Will ich lächelnd zu dir treten,
Flüchtig wie ein Traumgesicht.
Sieh, du kannst mich nicht zerstören,
Nur gehorchen und nur hören,
Was mein Mund zu deiner Seele
Mit dem Ton der Liebe spricht.
Keine Furcht, daß ich dir fehle,
Nichts ist tödlich, nichts ist trennend,
Ruhig durch die Zeiten brennend
Steht mein Licht und endet nicht.
Henry von Heiseler
Hermann Hesse 1887 - 1962 :
Hermann Hesse
Hermann Karl Hesse, Pseudonym: Emil Sinclair,
* 2. Juli 1877 in Calw,
† 9. August 1962 in Montagnola, Schweiz,
war ein deutsch-schweizerischer Dichter, Schriftsteller und Freizeitmaler. Seine bekanntesten literarischen Werke sind Der Steppenwolf, Siddhartha, Peter Camenzind, Demian, Narziß und Goldmund und Das Glasperlenspiel, welche die Suche des Individuums nach Spiritualität außerhalb der Gesellschaft zum Inhalt haben.
Ihm wurden unter anderem 1946 der Nobelpreis für Literatur
und 1955 die Friedensklasse des Ordens „Pour le Mérite“ verliehen.
Wikipedia | Toolserver | Gutenberg-org | Nobelpreis | DHM |
StufenWie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Hermann Hesse
Hugo von Hofmannsthal 1874 - 1929 :
Hugo Laurenz August Hofmann,
Edler von Hofmannsthal, genannt Hugo von Hofmannsthal
* 1. Februar 1874 in Wien,
† 15. Juli 1929 in Rodaun bei Wien,
war ein österreichischer Schriftsteller, Dramatiker, Lyriker,
Librettist sowie Mitbegründer der Salzburger Festspiele.
Er gilt als einer der wichtigsten Repräsentanten des deutschsprachigen Fin de siècle
und der Wiener Moderne.
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Aber seltsam!
Ein namenloses Heimweh weinte lautlos
In meiner Seele nach dem Leben, weinte,
Wie einer weint, wenn er auf großem Seeschiff
Mit gelben Riesensegeln gegen Abend
Auf dunkelblauem Wasser an der Stadt,
Der Vaterstadt, vorüberfährt. Da sieht er
Die Gassen, hört die Brunnen rauschen, riecht
Den Duft der Fliederbüsche, sieht sich selber,
Ein Kind, am Ufer stehn, mit Kindesaugen,
Die ängstlich sind und weinen wollen, sieht
Durchs offene Fenster Licht in seinem Zimmer -
Das große Seeschiff aber trägt ihn weiter,
Auf dunkelblauem Wasser lautlos gleitend
Mit gelben, fremdgeformten Riesensegeln.
Die Beiden
Sie trug den Becher in der Hand
- Ihr Kinn und Mund glich seinem Rand -,
So leicht und sicher war ihr Gang,
Kein Tropfen aus dem Becher sprang.
So leicht und fest war seine Hand:
Er ritt auf einem jungen Pferde,
Und mit nachlässiger Gebärde
Erzwang er, daß es zitternd stand.
Jedoch, wenn er aus ihrer Hand
Den leichten Becher nehmen sollte,
So war es beiden allzu schwer:
Denn beide bebten sie so sehr,
Daß keine Hand die andre fand
Und dunkler Wein am Boden rollte.
Hugo von Hofmannsthal
Franz Kafka 1883 - 1924 :
Franz Kafka
* 3. Juli 1883 in Prag, damals Österreich-Ungarn;
† 3. Juni 1924 in Kierling – heute Stadtteil von Klosterneuburg –, Österreich,
war ein deutschsprachiger Schriftsteller, der aus einer bürgerlichen jüdischen Kaufmannsfamilie stammte.
Sein Hauptwerk bilden neben drei Romanen bzw. Romanfragmenten
(Der Process, Das Schloss und Der Verschollene) zahlreiche Erzählungen.
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Deine Hand ist in meiner,
so lange Du sie dort läßt.
Franz Kafka
In der abendlichen Sonne
In der abendlichen Sonne
sitzen wir gebeugten Rückens
auf den Bänken in dem Grünen.
Unsere Arme hängen nieder,
unsere Augen linzeln traurig.
Und die Menschen gehn in Kleidern
schwankend auf dem Kies spazieren
unter diesem großen Himmel,
der von Hügeln in der Ferne
sich zu fernen Hügeln breitet.
Franz Kafka
Rudolf Kassner 1873 - 1959 :
Rudolf Kassner * 11. September 1873 in Groß-Pawlowitz, Mähren, † 1. April 1959 in Sierre, Kanton Wallis,
war ein österreichischer Schriftsteller, Essayist,
Übersetzer und Kulturphilosoph und ein Freund Rilkes.
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Paul Keller 1873 - 1932 :
Paul Keller * 6. Juli 1873 in Arnsdorf, Kreis Schweidnitz,
† 20. August 1932 in Breslau,
war ein deutscher Schriftsteller und Publizist.
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Die Jugend wagt,
Das Alter zagt,
Wer hat, das das ist schwer gesagt,
Zu mutig Rößlein wird leicht matt,
Ein feiger Esel seltner satt.
Paul Keller
Trost
Erlosch einer Hoffnung Schimmer,
Laß nur der Zeit ihren Lauf;
Begrabene Hoffnung steht immer,
Als Weisheit wieder auf.
Die führt dich auf schweren Wege
treulich ein gutes Stück,
Jenseits vom Trauerstege
Wartet ein neues Glück.
Paul Keller
Paul Klee 1879 - 1940 :
Ernst Paul Klee * 18. Dezember 1879 in Münchenbuchsee, Schweiz;
† 29. Juni 1940 in Muralto, Schweiz,
war ein deutscher Maler und Grafiker, dessen vielseitiges Werk dem Expressionismus, Konstruktivismus, Kubismus, Primitivismus und dem Surrealismus zugeordnet wird.
Klee stand in engem Kontakt zur Redaktionsgemeinschaft Der Blaue Reiter und zeigte auf ihrer zweiten Ausstellung 1912 grafische Arbeiten. Dem bis zu dieser Zeit hauptsächlich als Grafiker tätigen Künstler verhalf eine 1914 gemeinsam mit August Macke und Louis Moilliet durchgeführte Reise nach Tunis zu seinem Durchbruch als Maler.
Paul Klee gehört zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der Klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts.
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Gustav Klimt 1862 - 1918 :
Gustav Klimt * 14. Juli 1862 in Baumgarten bei Wien;
† 6. Februar 1918 in Wien-Neubau,
war ein bedeutender österreichischer Maler
und einer der berühmtesten Vertreter des Wiener Jugendstils,
auch Wiener Secession genannt.
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Baladine Klossowska
*geboren 1886 as Elisabeth Dorothea Spiro,
†gestorben 1969. war eine Malerin.
Sie war die Mutter des Malerst Balthus und des Schriftstellers Pierre Klossowski,
und die letzte? Geliebte von Rainer Maria Rilke.
Wikipedia-en | Mit Rilke durch das Jahr |
Eugen Spiro : | Toolserver | und damit verknüpfte Personen:
Balthus : Balthasar Klossowski de Rola, genannt Balthus,
* 29. Februar 1908 in Paris, Frankreich,
† 18. Februar 2001 in Rossinière, Schweiz,
war ein polnisch-deutsch-französischer Maler. 1991 erhielt er für sein Lebenswerk den Praemium Imperiale. | Wikipedia | Toolserver | dessen Bruder : Pierre Klossowski
* 9. August 1905 in Paris,
†12. August 2001, war ein französischer Schriftsteller, Übersetzer und Maler.
| Wikipedia | Toolserver |
Tilla Durieux, eigentlich Ottilie Godeffroy
* 18. August 1880 in Wien; † 21. Februar 1971 in Berlin,war eine österreichische Schauspielerin.
Wikipedia | Toolserver | Paul Cassirer |
Oskar Kokoschka 1886 - 1980 :
Oskar Kokoschka
* 1. März 1886 in Pöchlarn, Niederösterreich,
† 22. Februar 1980 in Montreux, Schweiz,
war ein österreichischer Maler,
Grafiker und Schriftsteller des Expressionismus.
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Hertha Koenig 1884 - 1976 :
Hertha Koenig * 24. Januar 1884 auf Gut Böckel in Rödinghausen-Bieren,
† 12. Oktober 1976 Gut Böckel, war eine deutsche Schriftstellerin und Salonnière.
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Karl Kraus 1874 - 1936 :
Karl Kraus
* 28. April 1874 in Jicín, Böhmen,
† 12. Juni 1936 in Wien,
war einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller
des beginnenden 20. Jahrhunderts.
Er war Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker, Dramatiker,
Förderer junger Autoren, Sprach- und Kulturkritiker
sowie vor allem ein scharfer Kritiker der Presse und
des Hetzjournalismus oder, wie er selbst es ausdrückte, der Journaille.
Bekanntlich
Wie's mit dem Lettern- und Lügenschall
der Presse in Wahrheit bewandt ist?
"Bekanntlich" sagt sie von jedem Fall,
wo ihr nicht das geringste bekannt ist.
Da macht sie sich wahrlich nicht allzuviel draus
und setzt, was nicht ist, als bekannt voraus.
Karl Kraus, 1925
Ablaut der Liebe
Sprüche. Spruchgedicht von Karl Kraus
Hast du die erste, wird sie dich bedrücken.
Dich zu befreien, mag der zweiten glücken.
Die dritte hast du, wieder dich zu bücken
bis du erliegst unendlichem Berücken.
Karl Kraus, 1930
Das arme Leben
Tust du nicht unrecht diesen Freuden?
Verbergen sie nicht Gram und Qual?
Verzittert nicht das tiefste Leiden
in einem Tränenbach-Kanal?
Hat doch der Glaube sie zum Narren,
daß jeder Schritt ins Freie drängt,
wenn sie in diese Enge starren,
die sich nur immer mehr verengt.
Bange macht jedem jede Stunde,
die von ihm abnimmt Stück für Stück,
und jeder zieht mit einer Wunde
in sein Verhängnis sich zurück.
Wer fühlt das Leben nicht vertropfen
und wie es in den Tod verfällt!
Sie hören ihre Herzen klopfen,
und eben darum lärmt die Welt.
Jeglicher Blick verkürzt das Dauern
von der bemessnen Wartezeit,
und jeder Atemzug ist Schauern,
und jeder Gang ein Grabgeleit.
Wenn sie verrucht den andern nahmen
den zugeteilten Henkerschmaus,
es hat zum vorbestimmten Amen
der vollste Magen nichts voraus.
Heben vergebens ihre Hände,
eh sie vereint das letzte Band.
Sie reichen alle doch am Ende
einander ihre Totenhand.
Karl Kraus
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Manfred Kyber 1880 - 1933 :
Manfred Kyber * 18. Februar julianisch / 1. März 1880 gregorianisch in Riga, damals Russisches Kaiserreich;
† 10. März 1933 in Löwenstein,
war ein deutscher Schriftsteller, Theaterkritiker,
Dramatiker, Lyriker und Übersetzer deutschbaltischer Herkunft,
der vor allem durch seine ungewöhnlichen Tiergeschichten bekannt geworden ist.
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Ad Astra
Nimm mich auf in deine Einheit,
aller Leben einiges All,
bade rein mich in der Reinheit
deines Meeres von Kristall.
Gib mir jenen Trank zu trinken,
der Vergessenheit verleiht,
laß die Seele sehnend sinken
in den Ring der Ewigkeit -
wo in diamantnen Fernen
Stern um Stern im Äther kreist,
Sternenengel, zu den Sternen
leite meinen ewigen Geist.
Manfred Kyber
Zwischen den Zeilen des Lebens
Nicht die Dinge, die kommen und eilen,
die Lust und Leid deiner Seele teilen,
sind deines Lebens wahrer Kern.
Er ruht ungreifbar - sinnenfern -
zwischen des Lebens Zeilen.
Tausend Gefahren, die dich umlauert
und die du nie gesehn,
zwischen den Zeilen stehn.
Verlornes, um das du nie getrauert,
Freuden und Leiden, eng verbunden,
die niemals den Weg zu dir gefunden.
Was könnte sein - was wäre gewesen -
steht zwischen den Zeilen des Lebens zu lesen.
In die Zukunft, in ferne Weiten
spinnen sich tausend Möglichkeiten.
Alles ist sinnvoll, nichts war vergebens,
alles ist ineinander gewebt.
Das wahre Leben lebt
zwischen den Zeilen des Lebens.
Manfred Kyber
August Macke 1887 - 1914 :
August Robert Ludwig Macke * 3. Januar 1887 in Meschede, Hochsauerland, † 26. September 1914 bei Perthes-lès-Hurlus, Champagne,
war einer der bekanntesten deutschen Maler des Expressionismus. Er beteiligte sich an den beiden Ausstellungen des Blauen Reiters.
In rund zehn Jahren schuf Macke ein Werk, das sich unter dem Einfluss der vielfältigen Kunstströmungen der Zeit zunächst stilistisch rasch wandelte. Der persönliche Stil, zu dem er schließlich fand, und der heute als typisch für Macke empfunden wird, ist geprägt durch die Beschäftigung mit der Wirkung des Lichts und durch die Verwendung reiner, leuchtender, harmonierender Farben. Die Gemälde wirken heiter und leicht, alles Tragische ist ihnen fremd. „Seine Bilder befriedigen die Sehnsucht nach positiven Bildern einer intakten Welt, dem Gleichklang des Menschen mit den Dingen, die ihn umgeben.
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Fritz Mackensen 1866 - 1953 :
Fritz Mackensen * 8. April 1866 in Greene bei Kreiensen, † 12. Mai 1953 in Bremen,
war ein deutscher Maler, Mitbegründer der Künstlerkolonie Worpswede
und Leiter der Nordischen Kunsthochschule,
der heutigen Hochschule für Künste Bremen.
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Heinrich Mann 1871 - 1950 :
Luiz Heinrich Mann * 27. März 1871 in Lübeck; † 11. März 1950[1] in Santa Monica, Kalifornien,
war ein deutscher Schriftsteller und der ältere Bruder von Thomas Mann.
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Thomas Mann 1875 - 1955 :
Paul Thomas Mann * 6. Juni 1875 in Lübeck; † 12. August 1955 in Zürich,
war ein deutscher Schriftsteller, der unter der nationalsozialistischen Herrschaft emigrierte und 1936 die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft annahm, worauf ihm die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen wurde.
Er zählt zu den bedeutendsten Erzählern deutscher Sprache im 20. Jahrhundert.
Für seinen ersten Roman Buddenbrooks (1900, erschienen 1901) erhielt er 1929 den Nobelpreis für Literatur.
Verheiratet war er mit Katia Mann (geborene Katharina Hedwig Pringsheim), die ihn zu mehreren seiner literarischen Figuren und Werke inspirierte. Sein älterer Bruder Heinrich und drei seiner sechs Kinder, Erika, Klaus und Golo, waren ebenfalls Schriftsteller.
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Franz Marc 1880 - 1916 :
Franz Moritz Wilhelm Marc * 8. Februar 1880 in München;
† 4. März 1916 in Braquis bei Verdun, Frankreich,
war ein deutscher Maler, Zeichner und Grafiker.
Er gilt als einer der bedeutendsten Maler des Expressionismus in Deutschland.
Neben Wassily Kandinsky war er Mitbegründer der Redaktionsgemeinschaft Der Blaue Reiter, die am 18. Dezember 1911 ihre erste Ausstellung in München eröffnete.
Der Blaue Reiter ging aus der Neuen Künstlervereinigung München hervor, in der Marc kurzzeitig Mitglied war. Für den Almanach Der Blaue Reiter und andere Veröffentlichungen verfasste er kunsttheoretische Schriften.
Waren Marcs frühe Werke noch dem naturalistischen Stil des Akademismus verhaftet, widmete er sich nach einem Parisbesuch im Jahr 1907 dem Postimpressionismus unter dem Einfluss von Gauguin und van Gogh. Zwischen 1910 und 1914 verwendete er Stilelemente des Fauvismus, Kubismus, Futurismus und Orphismus, trennte sich in seinem Werk aber nicht vollständig vom Gegenstand. In dieser Zeit entstanden seine bekannten Gemälde, die hauptsächlich Tiermotive zum Inhalt haben wie Der Tiger, Blaues Pferd I, Die gelbe Kuh, Der Turm der blauen Pferde oder Tierschicksale. Marcs erste abstrakte Gemälde wie Kleine Komposition I und Kämpfende Formen entstanden 1913 und 1914. Anlässlich der Mobilmachung vor dem Ersten Weltkrieg meldete er sich freiwillig und fiel zwei Jahre später im Alter von 36 Jahren vor Verdun.
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Emerenz Meier 1874 - 1928 :
Emerenz Meier * 3. Oktober 1874 in Schiefweg bei Waldkirchen (Niederbayern),
† 28. Februar 1928 in Chicago,
war eine deutsche Schriftstellerin.
Neben Lena Christ gilt sie als die bedeutendste bayerische Volksdichterin.
Wikipedia | Emerenz Meier |
Herbst
Im Herbstwind rauscht der Wald, die Zweige beben
Vor seinem Hauch, der frisch von Norden zieht.
Die Vöglein all die Stimmen sanft erheben
Zum letztenmal, zum trüben Abschiedslied.
Vom Baume fällt das bunte Laub und flüstert
Vom Sterben und von unbarmherz'ger Zeit.
Auf Busch und Moos der Abendschatten düstert
Und überm Hang macht sich der Nebel breit.
Zu Tal in raschem Laufe eilt die Quelle.
Ja eile nur, bald hemmt der kalte Frost
Dich Felsenkind; zu Eis erstarrt die Welle
Und stille wird's, wo sonst du froh getost.
Geh heim, du müder Pilger dort am Raine,
Eh's Winter wird. Zieht dich die Sehnsucht nicht
An warme Herzen? - Oder weißt du keine
Die auf dich warten in des Herbstes Licht?
Emerenz Meier
Die gereifte Eva
Im weiten Gebiet der Liebe
Blüht auch ein Wunderbaum,
Darunter die Eva träumet
Den wonnigsten Lebenstraum.
Dem Gatten, den Kindern ferne,
Nicht jung, doch schöner denn je,
Hat sie einen Knaben gerne,
Entsandt ihr aus Himmelshöh'.
Die köstlichste Unschuldsblüte,
Das süßeste Maienlicht, -
Sie beuget sich zu ihm nieder
Und zieht ihn ans Herz und spricht:
»Was war mir die erste Liebe!
Was war mir der reife Mann!
Was sind mir tausend Männer,
Mit Tigerfellen umtan! -
Dich liebe ich, holde Knospe,
So zitternd und so zart,
Für dich sterb' ich tausend Tode,
Du bist mir die rechte Art.«
Und Eva selig vergessend
Den ersten Sündenfall,
Sie sündigt nach Gottes Ratschluß
Zum zweiten- und schönstenmal.
Emerenz Meier
Unverbesserlich
Der Vater verbot mir das Dichten,
Das Mütterchen stimmte mit ein:
Ich soll nach dem Stande mich richten,
Die Bücher dem Backofen weih'n.
Wohl hab' ich es heilig versprochen,
Zu tun, was ihr Wille gebeut,
Das Wort hundertmal doch gebrochen,
Das Schwören noch öfters bereut.
Doch gestern, zu Tränen gerühret,
Erneut' ich es nochmals bei Gott,
Durch Bitten und Drohen verführet
Und weiter durch peinlichen Spott.
Ich ging in die dunkelste Kammer,
Hielt über die Verse Gericht,
Verfaßte dann in meinem Jammer
Verstohlen dies Klagegedicht.
Emerenz Meier
Otto Modersohn 1865 - 1943 :
Friedrich Wilhelm Otto Modersohn * 22. Februar 1865 in Soest, Westfalen, † 10. März 1943 in Rotenburg, Wümme,
war ein deutscher Landschaftsmaler.
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Robert Musil 1880 - 1942 :
Robert Musil* 6. November 1880 in Klagenfurt, Österreich; † 15. April 1942 in Genf, Schweiz,
von 1917 bis zur Adelsaufhebung von 1919: Robert Edler von Musil,
war ein österreichischer Schriftsteller und Theaterkritiker.
Wikipedia | Toolserver | DNB | Gutenberg | IRMG | Musilmuseum |
Erich Mühsam 1878 - 1934 :
* 6. April 1878 in Berlin,
† 10. Juli 1934 in Oranienburg,
war ein deutscher Autor und Publizist.
Als politischer Aktivist war er maßgeblich an der Ausrufung der Münchner Räterepublik beteiligt, wofür er zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt wurde und nach fünf Jahren im Rahmen einer Amnestie freikam. In der Weimarer Republik kämpfte er in der Roten Hilfe für die Freilassung politischer Gefangener.
In der Nacht des Reichstagsbrandes wurde er von den Nationalsozialisten verhaftet und am 10. Juli 1934 von der SS-Wachmannschaft des KZ Oranienburg ermordet.
Wikipedia | Mühsam |
Liebesweisheit
Jeden packt einmal die dicke Liebe,
packt einmal die feiste Leidenschaft;
und sie dauert, bis zu dem Betriebe
eines Tags der heilige Fleiß erschlafft.
Mit der Tatkraft schwindet die Begeistrung.
Schwer- und Weh- und Übermut entschwebt,
trotz der schämigen Gefühlsverkleistrung,
welcher die Gewohnheit sich bestrebt.
Kritisiert wird, wo man sonst geschmachtet;
die Figur, der Zuschnitt des Gewands
wird mit nörgelndem Verdruß betrachtet –
des bislang geliebten Gegenstands.
Auch der Spendereifer ist geschwunden:
Früher war ein liebreiches Geschenk
mit entzücktem Opferstolz verbunden;
heute schmerzt es nur im Handgelenk.
Und die Hand, die sonst in weichen Wellen
glättend hinfuhr, wo sich zeigt ein Weh,
legt sich neuerdings in solchen Fällen
schwer und wuchtig auf das Portemonnaie.
Freund, hat dich gepackt die dicke Liebe,
und erfüllt dich feiste Leidenschaft – –
prüfe wohl, wann dir zu dem Betriebe
eines Tags der heilige Fleiß erschlafft.
Denn das ist die gottgewollte Stunde,
abzuschließen mit entschlossenem Schnitt,
wo als neuer Mensch zum ewigen Bunde
mit der Frau man zum Altare tritt.
Erich Mühsam
Ewiges Diesseits
Löscht die Lichter aus auf den Altären!
Nicht in Kirchen und in Synagogen
sucht den Gott, noch hinter Himmelsschleiern.
Wo der Perlschaum quirlt auf Meereswogen,
wo der Wind kämmt über blonden Ähren
und im Bergschnee mögt ihr Andacht feiern.
Besser noch: am eignen Feuerherde,
in der Einung mit dem nackten Weibe
laßt euch heilige Weihe überkommen.
Wenn die Seele eins wird mit dem Leibe
und die Stunde zeitlos auf der Erde,
dann erzeugt ihr Gott in euch, ihr Frommen!
Alles keimt zugleich und blüht und schwindet.
Wenn ihr Wein trinkt, sollt ihr schon die Reben
für die neue Ernte reifen wissen.
Diesseits, irdisch ist das ewige Leben!
Was den Menschen an die Menschheit bindet,
wird von keinem Tode je zerrissen.
Erich Mühsam
Fritz Overbeck 1869 - 1909 :
Fritz Overbeck* 15. September 1869 in Bremen, † 8. Juni 1909 in Bröcken bei Vegesack,
war ein deutscher Maler und Radierer.
Wikipedia | Toolserver | Overbeck Museum |
Alfons Petzold 1882 - 1923 :
Alfons Petzold (Pseudonym: De Profundis;
* 24. September 1882 in Rudolfsheim, heute Wien,
† 25. Jänner 1923 in Kitzbühel,
war ein österreichischer Schriftsteller.
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Siehe, Geliebte
Siehe, Geliebte, aus meinem Gesicht
leuchtet dein Licht,
in meinen wirkenden Händen schafft
deine Kraft,
was meine Seele an Wundern lebt,
aus dir sich hebt,
und nur mein Herz
mit dem Jubel darin
ist Erz von Erz,
aus dem ich bin!
Alfons Petzold
Abend an der Donau
Abend umspannt die Zeit,
Reglos starren die Sterne.
Aus der Matrosentaverne
Stapft die Dunkelheit.
Walzt mit wankendem Gang
Über die Donaubrücke,
In einer Gassenlücke
Vergröhlt ihr Gesang.
Flußauf nebelumdrängt
Schaukelt ein kleiner Nachen,
Drüber das helle Lachen
Froher Menschen hängt.
Lichtschwer dräut die Stadt,
Frißt das Licht der Laterne,
Das aus der Stromtaverne
Blinzelt scheu und matt.
Alfons Petzold
Bald, Liebste, bald...
Bald, Liebste, bald
bin ich kein Mensch mehr, sondern eine Tanne im Wald.
Wenn Du vorübergehst, werde ich Dich grüßen,
meine Wurzeln singen unter Deinen Füßen,
wird ein Englein in meinen Ästen sitzen
und nach Dir mit schillernden Zäpfchen flitzen.
Dann wirst Du die Hände um meine Rinde tun
und so wie einst in meiner Liebe ruhn.
Alfons Petzold
Pablo Picasso 1881 - 1973 :
Pablo Picasso, eigentlich Pablo Ruiz Picasso, * 25. Oktober 1881 in Málaga, Spanien,
† 8. April 1973 in Mougins, Frankreich,
war ein spanischer Maler, Grafiker und Bildhauer.
Sein umfangreiches Gesamtwerk, dessen Gesamtzahl auf 50.000 geschätzt wird, umfasst Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Plastiken und Keramiken. Es ist geprägt durch eine große Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen. Die Werke aus seiner Blauen und Rosa Periode, und die Begründung des Kubismus zusammen mit Georges Braque bilden den Beginn seiner außerordentlichen Künstlerlaufbahn.
Wikipedia | Toolserver | Picasso | Sapergalleries |
Otto Reutter 1870 - 1931 :
Otto Reutter * 24. April 1870 in Gardelegen;
† 3. März 1931 in Düsseldorf;
eigentlich Otto Pfützenreuter,
war ein deutscher Sänger, Verfasser von Liedern und Komiker.
Wikipedia | Otto Reutter |
Ach, was sind wir dumme Leute...
Ach, was sind wir dumme Leute -
wir genießen nie das Heute.
Unser ganzes Menschenleben
ist ein Hasten, ist ein Streben,
ist ein Bangen, ist ein Sorgen -
heute denkt man schon an morgen,
morgen an die spät´re Zeit -
und kein Mensch genießt das Heut´-.
auf des Lebens Stufenleiter
eilt man weiter, immer weiter. – –
Ja, wir leben zu geschwind heut –
gar zu schnell entflieht die Kindheit –
schon der Knabe in der Schule
sitzt nervös auf seinem Stuhle –
von der Fibel wird ihm übel,
nur mit Sträuben lernt er schreiben,
und am liebsten möchte‘ er raus
aus dem schönen Elternhaus,
denn er glaubt, es sei gescheiter
immer weiter, immer weiter – –
Kommt er dann erst in die Lehre,
denkt die halberwachsene Göre:
"Ach, wenn ich blos erst größer wär',
als Soldat beim Militär…."
Aber ist er dann Rekrut - ach,
wie ist ihm dann zumut'….
Da singt er ganz andere Lieder:
Nach der Heimat moecht' ich wieder.
Waer ich doch erst Gefreiter -
und dann weiter, - immer weiter. – –
Ist die Schulzeit dann zu Ende,
steht er an der Lebenswende, --
dünkt sich groß wie irgendeiner, --
wird als Lehrling sehr bald kleiner; --
wird gepufft und angepfiffen,
bis er endlich hat begriffen,
dass man nur durch Fleiß und Streben
sich behaupten kann im Leben. –
Und sein Pflichtenkreis wird breiter, --
immer weiter, immer weiter – –
Ist er Anfang Zwanzig eben,
denkt er schon ans Eheleben.
Ja, in einem Tanzlokale
sieht er sie zum ersten Male –
und am Abend bringt er’s Liebchen
schon nach Haus bis vor ihr Stübchen.
Hold errötend sagt die Maid:
„Junger Man, Sie gehn zu weit“
Doch trotzdem geht der Begleiter
immer weiter, immer weiter – –
Er, noch ganz erhitzt vom Tanze,
sagt zu ihr: „Ich geh‘ aufs Ganze!“
Immer näher kommt zur Maid er –
sie rückt weiter, immer weiter.
„Komm“, sagt er, „‘s ist nicht gefährlich,
wirst mein Weibchen brav und ehrlich,
In sechs Wochen bist du mein“, --
Und er küsst das Mägdelein!
Und nun sagt sie froh und heiter:
„Küsse weiter, immer weiter“ – –
Ja, nun zählt er die Sekunden
bis man ihm mit ihr verbunden.
Ist das nicht ein toller Einfall?
‘s hat doch Zeit mit solchem Reinfall!
Er nimmt die geknickte Lilie.
Bald vermehrt sich die Familie,
und nach kurzem hat er schon
auf dem Schoß den ersten Sohn.
Erst kommt einer—dann ein zweiter –
und so weiter, immer weiter – –
Nun beginnt erst recht das Plagen,
oft hört man die beiden sagen:
„Wenn wir nur die Sorgen los sind,
wenn die Kinder nur erst groß sind,
dann strahlt uns der Himmel heiter.“
Und sie schaffen immer weiter,
lassen blind beim Vorwärtsgehn
ihres Lebens Rosen stehn,
suchen Tausendguldenkräuter
immer weiter, immer weiter – –
So entflieht die Zeit wie’n Traum
und die beiden merken’s kaum –
erst verheiraten sie ihr Mariechen,
dann verlob’n sie ihr Sophiechen,
dann kommt Walter zur Marine,
dann lernt Englisch die Pauline –
dann macht Wilhelm sein Examen –
dann komm’n noch zwei junge Damen –
eine sechzehn – eine vierzehn –
das kost’t Kleider, Hüte, Schürzen,
um die richtig auszustatten
für den künft’gen Herrn und Gatten.
Niemals weiß man, wie man dran ist,
nie gibt’s Ruhe – nie gibt’s Frieden –
wenn die eine an den Mann ist,
ist die andre schon geschieden.
Wenn die Jüngste noch zu haben,
hat die Ält’ste schon ‘nen Knaben,
erst kommt einer – dann ein zweiter
und so weiter – immer weiter – –
Sehn Sie, so entfliehn die Jahre.
Großpapa hat weiße Haare. –
Und der Mondschein zieht sich breiter
immer weiter, immer weiter –
Und er seufzt: „Wie schön der Mai ist,
sieht man erst, wenn er vorbei ist.“
„Ach, wir waren blind“, so klang er
und zu seinem Enkel sagt er:
„Nutz den Frühling deines Lebens,
leb im Sommer nicht vergebens
denn gar bald stehest du im Herbste
bis der Winter naht, dann sterbste.
und die Welt geht trotzdem heiter
Immer weiter, immer weiter“ – –
Otto Reutter
Joachim Ringelnatz 1883 - 1934 :
Joachim Ringelnatz * 7. August 1883 in Wurzen,
† 17. November 1934 in Berlin,
eigentlich Hans Gustav Bötticher,
war ein deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler,
der vor allem für humoristische Gedichte
um die Kunstfigur Kuttel Daddeldu bekannt ist.
Wikipedia | Gutenberg Spiegel | Ringelnatz Verein |
Die Schnupftabaksdose
Es war eine Schnupftabaksdose,
Die hatte Friedrich der Große
Sich selbst geschnitzelt aus Nußbaumholz.
Und darauf war sie natürlich stolz.
Da kam ein Holzwurm gekrochen.
Der hatte Nußbaum gerochen.
Die Dose erzählte ihm lang und breit
Von Friedrich dem Großen und seiner Zeit.
Sie nannte den alten Fritz generös.
Da aber wurde der Holzwurm nervös
Und sagte, indem er zu bohren begann:
»Was geht mich Friedrich der Große an!«
Joachim Ringelnatz
Aus Breslau
Ach, liebe Kollegin. Du bist es nicht mehr.
Nun bist du wirklich Bäuerin.
Und deine Koffer stehen leer.
Du glaubst nicht, wie ich hin und her
Und her und hin
Traurig und glücklich darüber bin.
Ist da Wald, wo dein Häuschen steht,
Und habt ihr eine Kuh?
Und wer melkt sie? Dein Mann oder du?
Ach das ist seit ewig und immerzu
Ein Wunsch, der auf meinem Kopfkissen steht.
Schreib mir doch alles ganz genau.
Habt ihr auch Obst und Gemüse?
Und trägst du im Stall nackte Füße?
Und eine Schürze gestreift oder blau?
Und wenn du selbst deine Vorhänge ziehst,
Dann, wenn die Sonne dich blendet.
Du trinkst nichts, was man dir spendet.
Ob du beim Melken sitzt oder kniest?
Aus Breslau über Berg und Tal
Viel Grüße dir. - Nein, euch beiden.
Und sage deinem Herrn Gemahl:
Ich wäre nicht zu beneiden.
Joachim Ringelnatz
Auguste Rodin 1840 - 1917 :
François Auguste René Rodin * 12. November 1840 in Paris,
† 17. November 1917 in Meudon,
war ein französischer Bildhauer und Zeichner.
Mit ihm begann das Zeitalter der modernen Plastik und Skulptur.
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Egon Schiele 1890 - 1918 :
* 12. Juni 1890 in Tulln an der Donau,
† 31. Oktober 1918 in Wien,
war ein österreichischer Maler des Expressionismus.
Schiele zählt neben Gustav Klimt und Oskar Kokoschka
zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der Wiener Moderne.
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Franz von Stuck 1863 - 1928 :
Franz Stuck, seit 1906 Ritter von Stuck * 23. Februar 1863 in Tettenweis, Landkreis Passau, Niederbayern,
† 30. August 1928 in München, war ein deutscher Maler und Bildhauer.
Wikipedia | Toolserver | Zeno-org | VillaStuck |
Ludwig Thoma 1867 - 1921 :
Ludwig Thoma * 21. Januar 1867 in Oberammergau,
† 26. August 1921 in Tegernsee,
war ein deutscher Schriftsteller,
der durch seine ebenso realistischen wie satirischen Schilderungen
des bayerischen Alltags und der politischen Geschehnisse seiner Zeit populär wurde.
Wikipedia | Gutenberg Spiegel | Lyrik Lesezeichen |
Schnadahüpfl
Ja de sell, de i möcht,
Waar ma heut no ganz g'recht,
Aba dös sell is a Frag,
Ob i 's moring, ja moring no mag.
Muaßt a 's fleißi oschaug'n,
Kunnt da leicht was net taug'n,
Kunnt di leicht was schiniern – – –
Drum muaß ma 's Diandl, ja 's Diandl probiern.
Ja a so muaß ma lebn!
An jed'n Deckel aufhebn,
A jede Schüssel neigspecht,
Ja wann ma 's allabest-allabest möcht.
Ludwig Thoma
Der Abschied vom Glück
Das Glück, das klopfte bei mir an,
Stand vor der Tür und wollt herein;
Ich hab ihm doch nicht aufgetan,
Da mocht´s nicht länger draußen sein.
Es ging so leise, wie es kam.
Ich hört es nicht, ich sah es nicht,
Doch fühlt ich, wie es Abschied nahm.
In meiner Brust erlosch das Licht.
Ludwig Thoma
Georg Trakl 1887 - 1914 :
Georg Trakl
* 3. Februar 1887 in Salzburg;
† 3. November 1914 in Krakau, Galizien,
war ein österreichischer Dichter des Expressionismus
mit starken Einflüssen des Symbolismus.
Wikipedia | Toolserver | XBiB |
An Novalis
In dunkler Erde ruht der heilige Fremdling.
Es nahm von sanftem Munde ihm die Klage der Gott,
Da er in seiner Blüte hinsank.
Eine blaue Blume
Fortlebt sein Lied im nächtlichen Haus der Schmerzen.
Georg Trakl
Aus der Sammlung Gedichte 1913
An die Verstummten
O, der Wahnsinn der großen Stadt, da am Abend
An schwarzer Mauer verkrüppelte Bäume starren,
Aus silberner Maske der Geist des Bösen schaut;
Licht mit magnetischer Geißel die steinerne Nacht verdrängt.
O, das versunkene Läuten der Abendglocken.
Hure, die in eisigen Schauern ein totes Kindlein gebärt.
Rasend peitscht Gottes Zorn die Stirne des Besessenen,
Purpurne Seuche, Hunger, der grüne Augen zerbricht.
O, das gräßliche Lachen des Golds.
Aber stille blutet in dunkler Höhle stummere Menschheit,
Fügt aus harten Metallen das erlösende Haupt.
Georg Trakl
Aus der Sammlung Gedichte 1913
Das Herz
Das wilde Herz ward weiß am Wald;
O dunkle Angst
Des Todes, so das Gold
In grauer Wolke starb.
Novemberabend.
Am kahlen Tor am Schlachthaus stand
Der armen Frauen Schar;
In jeden Korb
Fiel faules Fleisch und Eingeweid;
Verfluchte Kost!
Des Abends blaue Taube
Brachte nicht Versöhnung.
Dunkler Trompetenruf
Durchfuhr der Ulmen
Nasses Goldlaub,
Eine zerfetzte Fahne
Vom Blute rauchend,
Daß in wilder Schwermut
Hinlauscht ein Mann.
O! ihr ehernen Zeiten
Begraben dort im Abendrot.
Aus dunklem Hausflur trat
Die goldne Gestalt
Der Jünglingin
Umgeben von bleichen Monden,
Herbstlicher Hofstaat,
Zerknickten schwarze Tannen
Im Nachtsturm,
Die steile Festung.
O Herz
Hinüberschimmernd in schneeige Kühle.
Georg Trakl
Paul Valery 1871 - 1945 :
Paul Ambroise Valéry * 30. Oktober 1871 in Cette, Languedoc-Roussillon, † 20. Juli 1945 in Paris,
war ein französischer Lyriker, Philosoph und Essayist.
Wikipedia | Toolserver | DNB | Academie Francaise |
Heinrich Vogeler 1872 - 1942 :
Johann Heinrich Vogeler * 12. Dezember 1872 in Bremen;
† 14. Juni 1942 im Kolchos Budjonny bei Kornejewka, Karaganda, Kasachstan,
war ein deutscher Maler, Grafiker, Architekt, Designer, Pädagoge, Schriftsteller und Sozialist. Der vielseitig begabte Künstler ist besonders durch seine Werke aus der Jugendstil-Zeit bekannt geworden.
Er gehört zur ersten Generation der Künstlerkolonie Worpswede. Vogeler war auch Revolutionär, Pazifist und Utopist und befand sich sein Leben lang, ungeachtet eigener bitterer Erfahrungen, auf der Suche nach dem irdischen Paradies, in dem alle Menschen in Harmonie zusammenleben. Sein Lebensweg endete im sowjetischen Exil tragisch.
Wenn der Mond in hellen Silbernächten Steigt leise in Dein Kämmerlein, Wenn er spielt mit Deinen goldnen Flechten, Schaut in die Augen Dir hinein, Wenn er küsst Dein weiches Seidenhaar, Dann bringt er Dir meine Grüsse dar.
Heinrich Vogeler aus Dir. Bei Gutenberg-org.
Wikipedia | Toolserver | DNB | Gutenberg | Brakenhoff Stiftung | Heinrich Vogeler Gesellschaft |
Franz Werfel 1890- 1945 :
Franz Viktor Werfel * 10. September 1890 in Prag;
† 26. August 1945 in Beverly Hills, Kalifornien,
war ein österreichisch-US-amerikanischer Schriftsteller.
Er war ein Wortführer des Expressionismus.
In den 1920er und 1930er Jahren waren seine Bücher Bestseller.
Seine Popularität beruht vor allem auf seinen erzählenden Werken und Theaterstücken,
über die aber Werfel selbst seine Lyrik setzte.
Wikipedia | Toolserver | HDG |
Ein Liebeslied
Alles, was von uns kommt, wandelt schon andern Raum.
Tat ich dir Liebe an, liebt ich die Welt darum!
Bist du durch mich erhöht, lächelt und glänzt dein Schritt,
Wenn mich mein Weh verspült... bin ich im höchsten Sinn!
Ach, was man Schicksal nennt, raffe mich wolkenwärts!
Trifft mich am Tor der Pfeil... wenn du nur glücklich bist.
Daß du zur Flöte tönst, roste mein Tag im Nu!
Sieh, wir auf Erden sind Ebenbild Gottes so!
Franz Werfel
Mondlied eines Mädchens
Ich liege in gläsernem Wachen,
Gelöst mein Haar und Gesicht.
Am Boden in langsamen Lachen
Schwebt Mond, das unselige Licht.
Und wie mir die tödliche Helle
De Stirn und das Auge befühlt,
Zerrinn ich und bin eine Welle,
Gekräuselt, entführt und gespült.
Die Mutter atmet daneben,
Der Vater schläft auf und ab.
Ich habe Angst um das Leben
Von allen, die ich lieb hab.
Jetzt gehn durch verwachsene Zimmer
Erzengel mit schrecklichem Schwert.
Ins Ohr weint mir immer, mir immer
Ein Kind, das mir nicht gehört.
Nachtlampe von tausend Betten
Des Leidens, der Mond mir scheint.
Ich möchte viel Schluchzendes retten,
Und bin es doch selbst, die weint.
All Ding im Zimmer verlassen,
Der Schuh, und der Tisch und die Wand.
Ich möchte das Ferne anfassen,
Nur sein eine streichelnde Hand!
Ich möchte mit Fröstelnden spielen,
Und halten die Kalten im Arm!
Ich fühle, die Reichen und Vielen
Sind Kinder vor mir und so arm!
Für alle muß ich mich sorgen,
Mein Schlaf ist gläsern und schwebt...
Ich horche, wie in den Morgen
Der Atem von Allen sich hebt.
Im Fenster wehn Bäume zerrissen,
Viel Himmel sind windig in Ruh.
Ich decke mit meinen Kissen
Die frierenden Welten zu.
Franz Werfel
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De Courtenay 06.2012 ::.



















































Keine Kommentare:
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Wir sollen nur tiefer und wunderbarer hängen an dem, was war,
und lächeln: ein wenig klarer vielleicht als vor einem Jahr....
Rainer Maria Rilke.
Danke für den Kommentar.
Herzlichst,
George de Courtenay